<< Ich finde man sollte Menschen sterben lassen, wenn sie nicht mehr leben können >>

Das sind ja gute Aussichten!

Also hier fällt man von eine in die andere Extreme....
gertinka hat geschrieben: @ franziska. Es ist eine sehr belastende Situation,vor allem für dich selbst..Diese große
     Entscheidung deiner Kollegin,ist ein Wunsch,schwer nachvollziehbar,doch anzunehmen.
     Ich hatte auch Bekannte,die sich selbst, das Leben nahmen,durch Suizid.War sehr traurig.
     Es gibt nur die Möglichkeit,den Menschen freizugeben,sowie ihm Frieden zu wünschen.
     Ein gläubiger Mensch,findet Trost in seinem Bereich.Der Tod ist immer vorhanden,niemand
     entgeht ihm,doch die Annahme bleibt schwer.Ich umarme dich,wünsche dir Kraft. 
     Schenke ihr den Frieden,nach all dem Leid. Noch kann sie selbst wählen!

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Es ist vollbracht! In der kommenden Woche nehmen wir Abschied in einem Gottesdienst für die Angehörigen...sie selbst hatte nichts übrig für Religions- und Glaubens-Fragen...!

Danke sehr gertinka...für deine Worte zu diesen schmerzlichen Momenten.
Mich hält zur Zeit die Traurigkeit gefangen. Es tut so weh in mir drinnen...
nach diesem aussergewöhnlichen Abschied-Nehmen - am Tag zuvor.
Letzte Umarmung. Letzter Akt der Kraftlosigkeit.
Immerhin sind es noch die letzten Worte die sie mir Trost bleiben:
*Es gibt nichts mehr zu sagen. Es ist alles gesprochen und diese endliche Erlösung ist nun noch das Beste für mich.*
Nach dieser 40ig-jährigen verbindenden Freundschaft, in der viele wunderbare Momente
gelebt wurden – ist für mich einmal mehr Tatsache geworden; „Ein wichtiger verbindlicher Teil,
ist mit diesem bedeutungsvollen Menschen…hinüber gegangen - in die Endlichkeit.“
Während dieses Loslösungs-Prozesses geht mir vieles durch meine Sinne. Als junge Mutter von 4 Kindern musste ich das Jüngste; Namens Franziska, bald 2jährig inf. Sturz vom Balkon bereits an den Tod verlieren. Und vor 5 Jahren verlor ich auch noch meinen langjährigen, sehr geliebten 2. Lebens-Partner im 56igsten Altersjahr inf. Halskrebs. So steht für mich wieder die Gewissheit über der Tatsache: „Unser Leben ist die Schule des Verlierens“…und nach diesem Verlieren werden weitere folgen…bis wir selber dran sind…diesen letzten Schritt zu vollbringen.

Im Vorzimmer dieses meteorlogisch neu begonnenen Frühlings, spüre ich anstelle von buntgefärbter Stimmung - eher die Ohnmacht diesem momentanen Geschehen gegenüber. Eine Gefühls-Mischung gedanklicher Wunschvorstellungen lässt eine Kreation entstehen…die bei meinem letzten Akt und Vollendung dieses Seins erfahrbar würde....
*Es wäre dies eine besondere Melodie. Nämlich die Melodie des Waldes. Jene der Vögel, die dort ihr Lied singen.* - Dieses Durcheinander der Stimmen, die sich zur Perfektion der Linie zusammenfinden. Der Perfektion der Natur - dem Frieden. Das ist die Melodie die ich mir wünsche. Sie ist für ALLE da - man muss sie nur hören.

In diesem Sinne ...wünsche ich mir einen natürlichen Heimgang!
...zunächst jedoch wünsche ich mir vorab gesund zu sein - damit ich im freiwilligen-Dienst jenen Menschen etwas Zeit schenken kann die nicht mehr so sehr an der Sonnenseite dieses Lebens stehen und die leider bei Vielen vergessen gehen.
@ eleonore.Du bist selbst einen Weg gegangen,der von Schmerz erfüllt war. Neues 
     begreifen sowie verarbeiten, braucht Zeit. Doch du erlebst eine Sichtweise,die Menschen
     deines Umfeldes,Gutes bringt. Damit schließt sich der vorgegebene Kreis.Die Natur tut
     ein Übriges dazu,achte darauf.
Mascha Kaléko beschreibt es so wunderbar in ihrem Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treibe...
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr
- und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andren muss man leben!


Ich mag dieses Gedicht sehr ... aber es wirft bei mir auch die Frage auf, ob es nicht vor allem Egoismus ist, der Menschen veranlasst, ihre Liebsten vom selbstbestimmten Sterben abhalten zu wollen?
@ Ambe,ein sehr schönes,weises Gedicht.Gewohntes aufzugeben,sowie Erkennen von 
     Machtlosigkeit,erzeugt  Angst.Der Tod,sowie deren Form,erzeugen nicht den Unterschied.
     Es ist die Hingabe an das Unbekannte, wo  Kontrolle nicht mehr möglich ist.
Ambe, ja ist es.
Die Frage kann ich für mich aber auch umgekehrt stellen Ambe.

Nämlich: ob ich meinen Lieben ( insbesondere Kinder oder Mutter, vielleicht sogar Partner)  so einen Schmerz zufügen will, in dem ich mich aus dem Leben schleiche? 
Wie egoistisch ist der Gedanke insgesamt, wo ich die Gefühle von mir lieben einfach ignoriere und nur mein Belangen  in Vordergrund stelle?
Du nennst es "aus dem Leben schleichen" ... ich nenne es "Selbstbestimmung bis zum Schluss" und zum Glück sind die Lieben in meinem Umfeld gleicher Meinung.
Möglicherweise existieren unterschiedliche Auffassungen von Leben und Tod, wie man das auch HIER eindrucksvoll und informativ erfahren kann. 
Selbstbestimmung gab es aber von Anfang an nicht!
Es ist nur modern geworden, die Meinungsfreiheit zu proklamieren, wo es nur irgend wie möglich ist, und sei es diese letzt Bastion - das eigene sterben. Quasi ein Triumph über die Ohnmacht!
Natürlich existieren bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Auffassungen ... und ich habe meine Meinung dazu, die ich mir auch nicht nehmen lasse ... und wenn du die als "modern" bezeichnest finde ich das richtig nett von dir.
Ambe, Sterbehilfe beschäftigt sich aber nicht mit MEINUNGSFREIHEITEN von einzelnen in irgend welchen internetforen, das wirst du doch auch zugeben ( müssen) 
Selbstbestimmung ,klingt  angepasst..Die Frage ist wo ein Mensch lebt.Es gibt wenig 
Plätze um den Wunsch auch zu erfüllen. Eine  Aussage,meist getroffen von Gesunden.
Der Todkranke fragt nicht mehr ob er die Reise schaffen kann, oder Geld vorhanden ist.
Hier beginnt der Unterschied. Bewusst zu planen ist modern geworden,für Menschen
die es als gute Lösung kennen.Doch es gibt welche,deren Erfahrung,an endloses Leid
erinnert,da es keine Möglichkeiten gab. 
Kann man aktive Sterbehilfe auch bei Merkel anwenden? :lol:

Dann ist viel Leid vom Land genommmen! :-)



geronimo55 hat geschrieben: Euthanasiedebatte: aktive Sterbehilfe erlaubt oder verboten?

Die Meldung, dass die Zahl der Sterbehilfe-Touristen in die Schweiz aus Deutschland (268) und Österreich (14) zunimmt rüttelte auch in Österreich viele Menschen auf. Hierzulande ist aktive Sterbehilfe generell verboten. Die Bundesregierung will prüfen, dieses Verbot in der Verfassung zu verankern. Eine Bürgerinitiative sammelt dafür Unterschriften. Doch dieses Vorhaben ist umstritten:

Sowohl Palliativmediziner als auch Anästhesisten und Intensivmediziner distanzieren sich in ihren Stellungnahmen klar von der aktiven Sterbehilfe. Stattdessen fordern sie, die konkret mit Patienten am Lebensende konfrontiert sind, eine bessere Ausbildung für Palliativmedizin und eine bessere stationäre und mobile palliativmedizinische Versorgung.
Schmerzen können heute dank medizinischen Fortschritts erfolgreich behandelt werden. Zugleich ist klar, dass das Abbrechen einer sinnlosen Therapie oder das Zulassen des Sterbens bei tödlich verlaufenden Krankheiten ethisch und rechtlich legitim ist.

In einem anderen Expertengremium sieht man das Verbot der Sterbehilfe als nicht in Stein gemeißelt. Ein Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt postulierte bei einer öffentlichen Debatte, er sei für eine Sterbehilfe bei schwer kranken Menschen, um sie nicht unnötig leiden zu lassen.
Kürzlich hatte ein Jurist bei einer Diskussionsveranstaltung das Argument gebracht: Es müsse jeder Generation selbst überlassen werden, ob sie Tötung auf Verlangen erlaube oder nicht. Das aber ist ein ziemlich gefährliches Argument.

Es kann auch nicht der jeweiligen Zusammensetzung eines Bioethikrates überlassen werden, ob das Leben am Ende geschützt ist oder nicht. Eine Verfassungsbestimmung wäre daher ein wichtiges Signal in diese Richtung. So gesehen ist eine Verfassungsbestimmung sinnvoll. Wie das juristisch umzusetzen ist, damit etwa die Patientenverfügung nicht ausgehebelt wird, das ist dann Sache der Experten.
Die Möglichkeit einer Patientenverfügung zielt auf die Achtung der Selbstbestimmung. Der Schutz des Lebens ist ein vorpolitisches Recht, es steht also über der Demokratie, und daher kann man darüber auch nicht abstimmen.
Aber wer entscheidet, wann das Leiden ein Ende haben soll? Die Angehörigen? Der behandelnde Arzt? Es ist dies für beide eine unzumutbare Fragestellung. Die einen werden diese Entscheidung ablehnen, weil sie bis zuletzt aus Liebe hoffen. Aufgabe der Ärzte wiederum ist es, Leiden zu lindern, und nicht, Leidende zu töten.
Die Patientenverfügung soll dem Arzt helfen den Willen des Patienten zu ergründen, aber er ist in Österreich gesetzlich nicht verpflichtet die Patientenverfügung zu beachten. Es ist seine ärztliche Entscheidung welche Maßnahmen er trifft.
Das ist der derzeitige Stand. Doch wie wird das in Zukunft aussehen? Wenn die Kosten für Pensionen, Pflege und medizinische Versorgung stark steigen werden? Wenn die geburtenstarken Jahrgänge alt und krank werden? Wird dann darüber abgestimmt werden, aktive Sterbehilfe doch zuzulassen? Und wird dann nicht auch der Druck der Gesellschaft steigen, sich als „Altlast“ zu entsorgen oder entsorgen zu lassen? Schnell wird dann aus einer „Selbstbestimmung“ eine Fremdbestimmung. Diese Entwicklung sieht man bereits heute in jenen Ländern, in denen aktive Sterbehilfe erlaubt ist.
Ist es moralisch zulässig, einem todgeweihten Menschen beim Sterben zu helfen und dadurch sein Leiden zu beenden? Darf man Ort und Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmen?
Aber warum fahren dann jährlich Deutsche und Österreicher in die Schweiz, um sich beim Sterbehilfeverein „Dignitas“ eine tödliche Dosis zu verschaffen, um diese dann selbsttätig zu schlucken.
Was ist Eure Meinung? Soll aktive Sterbehilfe in D und Ö zulässig sein?
@ Vincentvega

Einfach nur geschmacklos !
Nun ja, Leid ist nicht gleich Leid, wie man ja lesen kann...