Guten Morgen!
Von meiner Depotführenden Bank (Comdirect) bekomme ich regelmäßig Vorsschläge, in Aktienanleihen zu investieren. Da wird meist mit ganz erstaunlichen Zinsen geworben, zuletzt für Tela mit 12 %.
Diese Anleihen haben immer einen "Risiko"-Puffer, d.h.: Wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie am Laufzeitende z.B. mehr als 15 % unter dem Ausgabewert liegt, bekommt man keine Zinsen und auch kein Geld, sondern Aktien der Firma zum TagesWert.
Ich habe mir nun überlegt, warum denn eine Bank als Emittent dieser Anleihe so handeln sollte?
Was hat diese Bank davon, am Laufzeitende (meist nach 1 Jahr) tatsächlich eine so hohe Verzinsung zu zahlen? Ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass die Analysten der Bank von vorneherein damit rechnen, dass der Kurs der unterlegten Aktie so weit gefallen ist, dass die Bank nicht zahlen muss?
Dann wäre der Kauf einer Aktienanleihe doch ziemlicher Blödsinn, denn er wäre eine Wette gegen Experten!
Liege ich da völlig falsch?
Danke für Einschätzungen und Antworten!
Givago
Ich würde dir raten, die Finger davon zu lassen. Eine Bank, die Vorschläge mit 12% Rendite macht ist sicherlich nicht gerade die seriöseste.
Danke Lopeez! Mich würde aber mal eine ganz allgemeine Einschätzung interessieren. Die emittierende Bank ist die HypoVereinsbank. Aber Korrektur: Die 12 % Zinsen werden auch gezahlt, wenn der Basiswert um mehr als den RisikoPuffer unterschritten wird.
Also nochmal die Frage: Woran verdient die emittierende Bank
- bei Unterschreitung des Basiswertes
- bei Überchreitung?
Wie groß ist die Chance, dass man eine dumme Wette abschließt?
Deine Frage könnte dir die HypoVereinsbank beantworten, aber ich denke, sie lässt sich da nicht in die Karten schauen. 

Wie groß ist die Chance, dass man eine dumme Wette abschließt?

Bei diesen Anleihen handelt es sich um Zertifikate. Wie alle Zertifikate bergen sie ein sogenanntes Emittentenrisiko. Geht der Emittent in Insolvenz, dann wird dieses Zertifikat vollkommen wertlos. :wink:  

Aktienanleihen sind für den Laien nicht transparent. Deshalb sollte man sich sehr genau über die Funktionsweise dieser Investments informieren. Ein optisch großer Puffer von über 30 Prozent ist nicht zwingend sicherer als ein Puffer von nur 20 Prozent bei einem anderen Emittenten. Da muss man sehr genau hinsehen.
Fazit, ....für den Privatanleger eher ungeeignet.  
Langsam fresse ich mich durch die Materie der Derivate und finde mich in meinem Verdacht hinsichtlich Ajtienanleihen (und anderen Emittenten-Produkten, also Optonsscheinen, CFDs usw.) bestätigt durch Rainer Heißmann, Optioenenexperte. Er schreibt:
"Angebot und Nachfrage und natürlich die Kursentwicklung des der Option zugrunde liegenden Basiswertes (Aktie, Index, Rohstoff) bestimmen den fairen Preis dieses Investments – nicht der Emittent, wie beispielsweise bei Optionsscheinen. Emittenten von Optionsscheinen können die Kurse zum Nachteil der Anleger manipulieren. Und sie tun das auch. Der Anleger handelt bei Emittenten-Produkten im wahrsten Sinne des Wortes immer “gegen die Bank”. Und „im Kleingedruckten“ der Verkaufsprospekte weisen die Banken sogar darauf hin! Im Gegensatz dazu haben Optionen keine Emittentin. Damit können die Kurse von Optionen nicht manipuliert werden."
Heßmann publiziert bei Gevestor, und das sollte ein Warnsignal sein, denn Gevestor gibt eine Unzahl von Börsendiensten heraus, die alle bei Befolgung ihrer Hinweise Renditen im Bereich von 100 bis 2000 % versprechen. Das ist übelste Marktschreierei. Trotzdem lese ich nun Heißmanns Buch (Download) "Reich mit Optionen", naja, auch wieder diese 2000 % im Titel... Aber das Buch selbst ist sehr vernünftig und auch für einen Laien wie mich verständlich geschrieben. Seine Begründung für die Beschäftigung mit Optionen ist nachvollziehbar und die Anleitungen sind detailliert und verständlich. Ich werde mal von meinem Einstieg in die Praxis hier noch kurz berichten.
Schönen Abend noch!
Givago