Hat jemand Erfahrung als Partner/Partnerin eines Erwachsenen mit ADS/ADHS?
Hallo so.isses

Du hast hier im Forum die Frage gestellt, ob jemand Erfahrungen im Umgang mit ADS-Partnern hat.

Ich habe beruflich als Lerntherapeutin und Lerntrainerin auch mit ADS Erwachsenen und Kindern zu tun. Habe aber keinen ADS-Partner. (Meine Tochter: Ja, lebt aber nicht mehr in meinem Haushalt)

Unabhängig von psychologischen Therapien - von deren Erfolgen ich im Falle ADS/ADHS selbst wenig überzeugt bin - empfehle und bevorzuge ich als Alternativmethoden für meine Klienten u. a.

- ergotherapeutisches Training - also sinnvolle Beschäftigungen, auch handwerkliche Tätigkeiten, die nicht nur dem Klienten ein kleines Erfolgserlebnis verschaffen, sondern vor allem ihn/sie zur innerlichen Ruhe "zwingen", ohne dass der "Zwang zur Ruhe" als Zwang selbst von ihnen wahrgenommen wird

- ich empfehle unbedingt sportliche ausdauernde Bewegungen, wie Schwimmen, Waldlauf, Working, Radfahren usw. Auch hier treten merkbare positive Effekte ein wie u. a. durch Auslastung-/Belastungstraining, Erfolgseffekte, Gesundheitserfolge. Auch in kleinerer Gemeinschaft wird hier unbemerkt das Sozialverhalten des ADS-Betroffenen geschult

- ein neues Hobby- wie z. B. Modellbau, Puzzeln oder auch der Beginn mit Malerei, handwerkliche Beschäftigungen wie z. B. das Anfertigen von Bilderrahmen, Herstellung von Vogelnistkästen o. ä. Auch diese im Ansatz den ergotherapeutischen Beschäftigungen zuzuordnenden Tätigkeiten bringen für den ADS-Diagnostizieren positive Effekte wie unbemerkter "Zwang" zur inneren Ruhe, Ausdauertraining, im Ergebnis seiner Tätigkeiten Erfolge und "Bewunderung". Lob - ist wichtig.

Zu allen vorgeschriebenen Aufzählungen sind jedoch auch unbedingt die Vor- und Nachbereitungsarbeiten, das Aufräumen, Saubermachen und die notwendigen Besorgungen vom ADS/ADHS-Betroffenen (zunächst mit Hilfestellungen wenn nötig) möglichst allein zu bewältigen.
Auch hier kann dann eine kleine Anerkennung große Erfolge bewirken. Der Betroffene ist "beflügelt" so weiterzumachen. Er "muss" auch Motivation erfahren!

Das alles sind wesentliche Erfolgsbegleiter auf dem Weg - ein "Stück" weg von ADS. Es gibt viele Erwachsene, die nicht einmal selbst wissen, dass sie von ADS/ADHS betroffen sind. Zumeist erfahren sie es durch Zufall, irgendwann oder wenn die Selbstwahrnehmung oder Lebenspartner sie auf etwas aufmerksam macht/machen, was wohl nicht so stimmig erscheint.

Bei meinen genannten alternativen lerntherapeutischen Methoden zeigen sich die ersten Erfolge nicht sofort für den Patienten oder in seinem Alltagsverhalten. Hier ist Geduld gefragt. Meist nach 3 - 4 Monaten bei mehrfachen regelmäßigen wöchentlichen Trainingseinheiten sind deutliche Besserungen zu verzeichnen! Die ADS/ADHS Anzeichen schwinden sichtlich.

Auch sollten im häuslichen Umfang "Arbeiten" zugeteilt werden (mit klaren Ansagen) zum Beispiel durch die Erstellung eines Haushaltsplanes. Du machst dies, ich mach das. Es geht um das (Wieder-)Erlernen von Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Pflichtausübung, Ausdauertraining, zur Ruhe kommen und wiederum um Erfolgserlebnisse!!

Der ADS/ADHS - Erwachsene, besonders er/sie, braucht viel Verständnis, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Geduld. Mit mehrfach berechtigtem Lob ist ein guter Ansatz im häuslichen Umfeld getan!! Und - redet beide über alles in Ruhe, sitzend am Tisch (nicht zwischen Tür und Angel). Trefft Vereinbarungen miteinander, haltet diese schriftlich fest, wertet diese wöchentlich 1 x aus. Du wirst sehen, es bleibt der Erfolg der Besserung nicht aus!
- Aber bitte Geduld bewahren und - dran bleiben am Vorhaben! -

Viel Kraft wünsch ich Dir/Euch für die Zukunft!!

Liebe Grüße von Exmusikerin
(u. a. Lerntherapeutin und Lerntrainerin)
Das H betreffend kann ich von mir berichten, nur ganz anders als sehr wahrscheinlich erwartet.
Wenn ich Schokolade gegessen hatte, wurde ich derart hibbelich, dass ich hätte rumspringen, hüpfen, rennen, zappeln mögen. Irgendwann fiel mir ein, dass meine Tochter Ahnliches bei Kindern beobachtet und mir erzählt hatte. Ich ging der Sache auf den Grund und entdeckte, dass ich unter einer Histaminintoleranz leide. Da ich nunmehr histaminhaltige Lebensmittel meide, z.B. Schokolade, Salami, reifen Käse, Rotwein, Bier usw., habe ich kein "Zappelphilipp-Gefühl" mehr.
Ich danke vielmals für eurere Ratschläge.
Ich kann gedanklich alles gebrauchen.
Würde mich sehr gern einer Selbsthilfegruppe anschließen, aber hier in Regensburg gibt es das nur für Kinder.
Liebe Grüße