„Trink doch einfach mal nichts mehr!“
Diesen wohlmeinenden oder kopfschüttelnden Ratschlag hören Alkoholabhängige oft. Dahinter steckt meist die noch weit verbreitete Meinung, dass missbräuchliches Saufen doch nur ein Ausdruck von Willensschwäche sei. Obwohl inzwischen wohl bekannt und wissenschaftlich erwiesen ist, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist. Und dass ein nasser Abhängiger gar nicht mehr die freie Wahl hat, in einem bestimmten Moment zu trinken oder eben nicht zu trinken.

„Jeder Abhängige sollte sich klar machen, dass das Verlangen nach der Droge von Gehirnregionen angestoßen wird, die nicht der willentlichen Beeinflussung unterliegen"


Ursache der Suchtentstehung:

Von den Fachleuten sind verschiedene Ursachenbündel für die Entstehung und Aufrechter-haltung der Abhängigkeitserkrankung herausgefunden worden. Zu diesem Ursachenbündel werden erbliche Veranlagungen (genetische Dispositionen) und der Umgang mit Suchtmitteln in der Familie gezählt. Außerdem spielt die Verfügbarkeit des Suchtmittels eine Rolle und die Bewertung des Suchtmittels in der Gesellschaft und im persönlichen Umfeld. Weiterhin wird Alkohol z.B. eingesetzt, um Ängste und Depressionen zu lindern, das Selbstwertgefühl zu steigern und unangenehme Zustände wie Anspannung, Stress oder Schmerzen kurzfristig zu beseitigen.
Die langfristige Konsequenz des Suchtmittelkonsums ist dann jedoch negativer Art mit den zuvor beschriebenen körperlichen, psychischen und sozialen Problemen.
Sucht ist ein bio-psycho-sozial-spirituelles Störungsbild.

Sorry, trinken sollen wir , meine ich Wasser, das ist gesund. Was anderes trinken lass ich offen. :wink:
Sphinx.....Feinfühlig wie immer :roll:
:wink: was besseres habe ich hier noch nicht gelesen, viele Kommentare gibt es nicht . Warum?
Tja, der Themenkreis Sucht wird leider schwer gefunden.


Die Abhängigkeit von einem Suchtmittel ist eine chronische Krankheit, keine Willensschwäche! Sie kann nur vom Betroffenen selbst angehalten werden. Es gibt aber Unterstützung.

Kriterien für eine Abhängigkeit:
- starkes Verlangen nach dem Suchtmittel
– verminderte Kontrollfähigkeit
– Entzugssymptome bei Verringerung oder Beendigung des Konsums
– Entwicklung einer Toleranz (ich brauche immer mehr)
– Vernachlässigung anderer Interessen und sozialer Kontakte
– anhaltender Konsum trotz schädlicher Folgen.

Dabei kommt es nicht immer auf die Menge, sondern vor allem die Regelmäßigkeit an.
1. Schritt (sowohl für Betroffene als auch für Angehörige):

Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe.
2. Entzug (Entgiftung):

Zuerst muss das Suchtmittel aus dem Körper entfernt werden. Das sollte i. d. R. im Krankenhaus erfolgen, weil die Entzugserscheinungen gefährlich werden können .
3. Entwöhnung:

Nach dem Entzug ist eine mehrmonatige stationäre oder ambulante Entwöhnung empfehlenswert.
Dies bezahlt in der Regel die Rentenversicherung oder die Krankenkasse. Auch der tägliche Besuch einer Selbsthilfegruppe kommt dem ziemlich nahe.
4. Lebenslange Nachsorge:

Sucht- oder Abhängigkeitserkrankungen haben einen hohen Rückfallfaktor. Deshalb ist der Besuch einer Suchtselbsthilfegruppe der beste Weg, trocken zu bleiben.
_SPHINX_ hat geschrieben: :wink: was besseres habe ich hier noch nicht gelesen, viele Kommentare gibt es nicht . Warum?

Weil es eine ganze Weile keine Bewegung im Form gab.
Aber wenn es Dich wirklich interessieren sollte, ließ Dir doch die teilweise sehr aufschlussreichen älteren Beiträge mal durch, oder, stell einfach Deine Fragen.
_SPHINX_ hat geschrieben: :wink: was besseres habe ich hier noch nicht gelesen, viele Kommentare gibt es nicht . Warum?



Du musst ja auch nicht "überall" Deine "spezialisierten" Kommentare abgeben, oder warst Du schon mal Betroffene oder Angehörige eines Betroffenen?

Einige Jahre mit einem "Alkoholkranken" liiert, wagte ich dann den Schritt zu einem endgültigen "Aus". Die immerwährende Zusage zu einem Entzug wurde nie in Realität umgesetzt und jegliche anderweitige Hilfe abgelehnt. Man ist hilflos.

Jetzt bleiben nur noch die Friedhofsbesuche.  
_SPHINX_ hat geschrieben: :wink: was besseres habe ich hier noch nicht gelesen, viele Kommentare gibt es nicht . Warum?


Lass solch einen Schwachsinn einfach, wenn du nicht wirklich etwas zu diesem doch sehr ernsten Thema zu schreiben weißt.
Es gibt sicherlich sehr viele die sich überhaupt nicht trauen über ihre Sucht zu schreiben.
Das Thema ist weder lächerlich noch brauch man sich darüber lustig zu machen.
Regio Gruppe Schwerin
Ein Leben ohne Freunde ist wie eine weite Reise ohne Gasthäuser (Demokrit)
Ich war bis zu seinem Tod mit einem Alkoholkranken verheiratet und da war die grösste Problematik, dass er es weder erkennen noch wahr haben wollte, dass er krank war. Vielmehr reagierte er mit Aggression und körperlichen Angriffen, wenn man ihn darauf hin gewiesen hat, dass er nur noch trank.
Umgekehrt war es auch nicht richtig, wenn ich ihm den Alkohol auf den Tisch gestellt habe, denn dann wollte ich ihn ja damit umbringen.
Nicht zu vergessen der psychische Druck, den man sich auch selbst aufbaut, d.h. ich habe die Schuld für sein Trinken auch bei mir gesucht, mich wieder und wieder hinterfragt ohne zu einem Ergebnis zu kommen.

Co- abhängig? Wahrscheinlich war ich das, denn getrennt habe ich mich aus Angst um mein Leben nicht von ihm.

Als er plöttzlich und unerwartet starb, habe ich mein eigenes Leben zurück bekommen.

Was ich damit ausdrücken will: Ja, Alkoholismus ist eine Krankheit, die den Menschen komplett verändert. Die Sucht beherrscht ihn, verändert ihn so, dass ihm jedes (wirklich jedes) Mittel recht ist, um an Stoff zu kommen und zu trinken!
Die Co-Abhängigkeit endet nicht wenn der Suchtkranke stirbt. Die Co-Abhängigen brauchen zum
Aufbau ihres Gefühlslebens unbedingt Unterstützung durch Freunde, Gruppen oder Theraeuten, denn
sie haben gelitten und haben das Erlittene nicht mit Suchtmitteln betäubt, sondern pur aushalten
müssen.
Florencia , das kenne ich auch so ähnlich.War mit 20 Jahre jüngeren 10 Jahre verheiratet , dann wurde er Alkoholabhängig und verliebte sich in einen THAI TRANCESEXUELLEN STRICHER...Hab ihn sofort rausgeschmissen und 3Monate später war ich schon DANK MEINES ANWALTES geschieden...Heute geniesse ich soooo richtig mit Hundi mein Leben...Endlich wieder :lol:
Ich wat jahrelang Nicotinabhängig..Griff schon täglich zur 3ten Packung...JUHU hab es ALLEIN geschaft...Schon 10 Monate und KEIN VERLANGEN....jippppieee :D
navabi ich habe keinen Therapeuten oder Coach gebraucht um das erlebte zu verarbeiten. Du kannst nicht so einfach verallgemeinern.
navabi
Man kann so glaube ich , nicht verallgemeinern es wird jeweils auf die Stärke des einzelnen ankommen.
Die Lebensgefährtin meines Schwagers hätte nach seinem Tod mindestens die Hilfe von Therapeuten gebraucht, denn sie ist daran selber zu Grunde gegangen.
Meine Tochter hat ihren Mann nach der ersten Therapie so stark mit ihrem eigenen Wesen und Willen unterstützt, das er mittlerweile trocken ist. Ihr slogan ich mach das schon.
Regio Gruppe Schwerin
Ein Leben ohne Freunde ist wie eine weite Reise ohne Gasthäuser (Demokrit)
Eines der größten Probleme bei der Sache ist, dass die Betroffenen meistens wirklich nicht sehen, dass sie abhängig sind. Eine Freundin von mir greift nach der Arbeit so ab 18.00 Uhr erstmal zum Bierchen, zwei kleine Flaschen, und Abends auf der Couch 2-4 Gläser Rotwein. Letztens musste sie ins Krankenhaus, da stand dann in ihren Unterlagen "Aloholabusus". Sie hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, und obwohl sie es jetzt sogar von ärztlicher Seite bestätigt hatte, hat sie nur gemeint "Die spinnen doch".