Ich war zwei mal 20 Jahre verheiratet.
Den ersten Mann habe ich nicht geliebt , den zweiten sehr.
Ich habe aber aus beiden Ehen starke Wunden davon getragen.
Beide Männer waren nicht einfach ,ich habe immer wieder zurück gesteckt.
Habe ohne zu Klagen auch ihre zuweilen aggressive Seite ertragen.
Dieses "Aushalten" zog zwei Herzinfarkte nach sich. Mein Herz ist für immer geschwächt.
Deshalb wollte ich keinen Mann mehr , nicht mehr zurückstecken, keine Schmerzen mehr haben.

Nun ist es mir passiert , das ich eine ganz andere Seite an einem Mann kennengelernt habe.
Einen Mann ,der keine Aggressivität kennt, der 40 Jahre eine harmonische Ehe geführt hat und keine Schäden davon getragen hat.
Die ersten 3 Monate war ich skeptisch und vertraute dem nicht.
Ich merkte aber ,wie ich mich in seiner Nähe veränderte ,wie ich ruhiger wurde.
Nun sind weiter 3 Monate vergangen und meine Angst verliert sich langsam.
Er meint es tatsächlich ehrlich !
Ich merke wie ich Gefühle für ihn aufbaue, wie ich mich plötzlich wieder öffnen kann.
Das sind Gefühle , die ich lange vermisst habe.
@Petrusch

Deshalb ist die „Vorgeschichte“ eines potentiellen Partners in höherem Alter sehr wichtig bei der Entscheidung, sich mit dem Menschen einzulassen, denn ändern wird sich ein Mensch in fortgeschrittenem Alter nicht mehr.

Ich wünsche Euch viel Glück für die Zukunft.
Hallo Girbaude, Astro Lady,

ich lese hier schon von Anfang an mit und muss nun nochmals etwas dazu sagen:

@Girbaude, ich finde es sehr offen von dir uns deine Beziehungssituation zu schildern, es ist sehr gut analysiert und ich vermute, die Gruppe die du zweimal in der Woche besuchst hat etwas mit SLAA zu tun. Nach deiner Ausdruckswahl und vor allem deine Art wie du mit den negativ Meldungen umgehst, lässt mich darauf schließen.
Doch leider lernt jeder nur durch die eigene Erfahrung, und wenn sich ähnliche Typen von Menschen in unserem Leben sich ständig wiederholen, hat es etwas mit einem selbst zu tun. Sicher könnte man nach deiner Schilderung, gleich solch einen Menschen erkennen, aber das "Ei" wirft erst allmähliche seine Schale ab. Erst nach der "Werbungsphase" schaut man oder frau hinter die Kulissen. Warum sollte ich nicht gewillt sein, wenn es gefunkt hat, meinem Gegenüber eine Chance zu geben, uns näher kennenzulernen. Diese Menschen sind unwahrscheinlich charmant in ihrem Eroberungswillen, das ist fast das einzige was sie wirklich gut können.

@ Astro Lady, ich will hier gar nicht von gut und schlecht reden, dieser Typ Mensch ist einfach anders. Und sich mit diesen Menschen nicht aufhalten, ist auch eine Methode um mit dem Schnellzug durch das Leben zu fahren. Ich möchte jedem Menschen den ich mag, eine Entwicklungschance geben, wenn er bewusst meinen Weg gekreuzt hat.

Und bringen wir nicht alle unsere Museumsrucksäcke aus der Kindheit mit, die vor sich hin stauben und keiner aufräumt, schon gar nicht der, den es betrifft. Erkennen und handeln sind zweierlei, und an sich arbeiten eine noch härtere Baustelle. Kein Wunder dass viele im Sausewind wieder kehrt machen, bevor sie in ihrem Innern Inventur machen. Dann doch lieber den beschuldigen, der mir am nächsten steht.
Das Aufspüren des inneren Kindes (das schon so ewig lang vernachlässigt ist), ist der erste Sprung über den Abgrund des Kummers, der aus der Not der nicht erhaltenen Liebe der Eltern entspringt. Und jedes Mal wenn wir etwas Neues beginnen, lösen wir die frühkindlichen Bedürfnisse aus. Und jeder reagiert anders, der eine in Wut, Trauer oder Aggressivität. Diese Menschen agieren, selten
sind sie in Liebe.
Solch eine Aufarbeitung ist ein langer Weg, nicht selten bringt er großen Schmerz mit sich. Doch am Anfang steht das Bemühen, dass man sich der höheren Macht anvertraut, bewusst macht, dass in manchen Dingen diese Hilfe der höheren Instanz notwendig ist, und ein wichtiger heilsamer Schritt. Auf diesem Weg spielt auch die Vergebung eine große Rolle, erst wenn man das geschafft hat, kann man in Frieden leben. Das Leben vorwärts leben und rückwärts verstehen.. das bedarf auch viel Eigenliebe, die im Laufe der Jahre an der Arbeit an sich entsteht.
Girbaude hat geschrieben: ich möchte gern etwas zum Thema "passiv-aggressive" Männer schreiben weil ich soeben 1 1/2 Jahre Beziehung mit einem solchen Mann hinter mir habe und es oft sehr schwierig ist am Anfang zu erkennen dass es darum geht.Diese Männer sind oft vordergründig zugewandt, verständnisvoll, charmant und bemüht. Ich will damit niemanden "diskriminieren". Passive Aggression gibt es auch bei Frauen. Es wirkt sich bei Männern aber anders aus. Eine passiv-aggressive Lebenseinstellung kann sich in sorgsam verdeckten Gefühlen der subjektiv gefühlten Benachteiligung, Neid und Missgunst zeigen,ist nicht unbedingt sofort offensichtlich, denn so gepolte Männer nehmen nicht selten eine unbewusste Tarnung ein, indem sie ihre passive Aggressivität oder sogar Feindseligkeit hinter Schuldzuweisungen, oft auch einfach Unzulänglichkeit oder sanfter Manipulation verbergen.
Die indirekte Art ( passiv-aggressiv ) seinen Ärger oder gar Feindseligkeit zu verpacken, auch verborgen hinter der Maske der grüblerischen oder meditierenden Ruhe, verborgen auch hinter Bequemlichkeitshaltungen und gezeigter Arglosigkeit bis betonter Toleranz, lässt Frau glauben, nur sie könnte seine Bedürftigkeit sehen und die "Mauern niederreißen".Eine häufig verhängnisvolle und anstrengende Schlussfolgerung.
Häufig ist einer seiner unbewussten Winkelzüge jener, dass selten oder nie gesagt wird, was wirklich gemeint ist.Folglich bekommt der Sozial-bzw. Beziehungspartner ständig gemischte bzw.doppeldeutige Botschaften.
Die Frau erhält unausgesprochene und auch ausgesprochene Versprechen, Hoffnungen u.s.w. damit sie "am Ball" bleibt und seine Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Liebe, Zuwendung, Sex u.s.w. befriedigt ohne dass er ihr gegenüber wirklich "ganze Sache" machen muss. Er braucht somit ihr gegenüber für ihre Mühe, Zeit, Gefühle, Energie u.s.w. welche sie für ihn aufwendet keine Verantwortung zu übernehhmen.
Es ist eine unterschwellig aggressive Haltung wobei sich der betreffende Mann als Opfer fühlt, neidisch und missgünstig ist auf alles was die Partnerin angeblich "mehr" hat als er. Er will ihr eigentlich nichts geben ausser in ausbeuterischer, manipulativer Weise, wenn er selber einen Vorteil davon hat.Er will eigentlich die "Abhängigkeit" welche er seiner Partnerin gegenüber spürt um jeden Preis verbergen und verdrängen. Dies kann bis zu Impotenz führen weil der Mann sich unbewusst eigentlich sexuell verweigert.
Es ist auch möglich dass er ausgerechnet die Dinge, von welchen er weiss dass sie der Partnerin sehr wichtig sind und ihre Wünsche, vereitelt und ihr genau diese Wünsche nicht erfüllt, aber ohne direkte Stellungnahme. Manchmal wird die Partnerin auch in ihrem Selbstwertgefühl zermürbt und zerstört durch Zynismus, Gleichgültigkeit, dauerndes Enttäuschen von berechtigten Erwartungen.
Dies klingt alles sehr "gestört", kommt aber leider mehr -oder weniger stark ausgeprägt doch recht oft vor. Es gibt viele Ratschläge damit umzugehen aber ich glaube dass nur einer hilft: wenn man es merkt sich zuerst innerlich distanzieren, abgrenzen und dann "um des Selbstschutzes willen" die Beziehung beenden. Ein solcher Mann wird seine Verantwortung auch dann nicht einsehen und sehr empört sein, denn "Schuld" sind immer die anderen.


@Girbaude es ist mutig von dir dieses Thema zur Diskussion zu stellen... und ich ziehe meinen virtuellen Hut vor deinen detaillierten Bericht über "die passiv-aggressiven Männer"... den ich zu 100% unterschreiben möchte…

Ich selbst war 15 Jahre mit einem Alkoholiker mit den gleichen Attributen, wie du sie beschrieben hast, verheiratet. ich trennte mich von ihn, obwohl ich ihn liebte, Ende 2003 und ging auf "betteln" und "drängeln" noch mal auf ihn ein...die 4. Chance, weil ich ihn so sehr liebte... die letzte Chance die ich ihm gab, war fast mein Ende. Liest sich tragisch…ist aber so…Ich ertrug wieder seine aggressive Art, steckte zurück, machte mir Sorgen, wie es weiter gehen soll...So zog ich mir 2004 einen Hörsturz, einen Hinterwandinfarkt, Reanimation, eine 3fach Bypass-OP und 2 Schlaganfälle zu...JETZT trennte er sich mit den Worten "ich kann mit ner kranken Frau nichts anfangen" von mir...ich habe lange Zeit gebraucht, um wieder zu genesen, erst danach konnte ich an meine Psyche arbeiten...ich habe von meinem Ex Abstand bekommen,...emotional als auch auf der Gefühlsebene…Vor 2 Jahren meldete ich mich hier bei 50plus an, um ungezwungen wieder einen Mann kennen zu lernen...ich würde so gern, doch mir fehlt der Mut…ich muß eigenverantwortlich mit meiner Gesundheit umgehen, doch habe ich habe ANGST vor weiteren Verletzungen, finde deshalb Umwege, um mich nicht mit an mir interessierten Männer zu treffen…ich habe so viel an mir gearbeitet, kann wieder lesen und schreiben, laufen und sprechen, gehe wieder arbeiten, was NIEMAND für möglich hielt…arbeite an mein Selbstvertrauen, doch dieses kleine Quäntchen Vertrauen fehlt mir, den kann ich nicht mehr regenerieren…ich gab so viel und bekam nicht mal die Hälfte zurück, damit meine ich nicht das Materielle...das war mir noch NIE wichtig...
Bei Alkoholikern und deren Parter, spricht man von dem Süchtigen/Abhängigen und deren Co-Abhängigen...ich hatte/habe das klassische Helfersyndrom...wenn ich helfen konnte, ging es mir gut...ich wurde gebraucht...Heute weiß ich, dass dieser Mann nicht mich, sondern nur meine Stärke (die ich seit der Zeit verloren habe) liebte... er war sogar neidisch auf meinen Sohn, den ich mit in die Ehe brachte...war sauer, weil ich ihn angeblich vorzog...usw. usf. etc. pp.

Ich freue mich für dich Girbaude, dass du den Absprung für dich von diesem Mann noch rechtzeitig geschafft hast...mein Glückwunsch sei dir gewiß...
@Petrusch: dein Bericht ist so ermutigend und wunderbar. Als ich in einem anderen Thread (welchen du eröffnet hast) einen Beitrag schriebst sah ich das Foto mit dir und deinem Mann und dachte damals "ganz intuitiv" was für ein toller Mann: einer der alles hat was es braucht. Das waren damals meine Gedanken und du bist auch eine tolle Frau, deshalb fand ich das ganz selbstverständlich und wäre nie auf die Idee gekommen dass du so "schwierige Beziehungen" hinter dir hast. Ihr passt super zusammen und ich freue mich für dein Glück.
@Alinas: ich habe kurz deine "Werbung" welche gelöscht wurde noch erblickt :wink: und diese "Vereinigung" hat mein Interesse geweckt. Das Buch dazu habe ich mal bestellt und mich informiert wann die nächsten Treffen sind. Bin gespannt. Aber die "Therapien" welche ich zweimal die Woche besuche sind "traumatherapeutischer" Art. Aber das passt ja gut zusammen :wink: Wenn man dort auch respektvoll und wertschätzend miteinander umgeht umso besser aber "gelernt" habe ich es nicht dort. Wenn mein Thema halt bei einigen Leuten etwas "aufwühlt" oder sie meine Erfahrung bezüglich des Themas nicht 1: 1 akzeptieren oder nachvollziehen können so haben sie sich doch damit auseinandergesetzt, es zumindest gelesen, was ich wertschätze. Wenn ich mich persönlich angegriffen zeigen würde so würde ich ja ihre Meinung, dass ich meinen Anteil nicht sähe oder mitverursachend an dem Verhalten des p-a Menschen gewesen bin oder dass es mir darum ginge ihn hier schlecht zu machen, bestätigen, nicht zu Unrecht. Und das würde diejenigen welche von ähnlichen Erfahrungen betroffen sind (meistens Frauen) nicht ermutigen sich mit meiner "Lebens -oder Beziehungsgeschichte" zu identifizieren und von meinen Informationen profitieren zu können.
Was mich bei "der genannten Oragnisation" vor allem beeindruckt ist dass man von "einer höheren Macht" die "Löcher gestopft" zu bekommen versucht welche süchtiges Verhalten nach sich ziehen. Das tue und versuche ich seit 4 Jahren, mit immer grösserem (und für mich oft überwältigendem) Erfolg, welcher mir immermehr Sicherheit und ganz ungeahnte Möglichkeiten gibt und eröffnet, wovon ich ansonsten nicht mal einen Bruchteil mir nur hätte vorstellen können. Ich kann das jedem empfehlen. Ich bin Christin.
@rabea1960: dein Bericht hat mich zutiefst betroffen gemacht. Es lief mir kalt den Rücken herunter und bestätigt mir dass es sochen "zerstörten Egomanen" nie um die Person an ihrer Seite geht, egal was diese tut oder ist oder, was fast noch "grausamer" ist, wenn sie "das Ergebnis" ihres "aggressiven Schmarotzens" an Gefühlen, Kraft, finanziellen Mitteln, Zeit u.s.w. an ihrem "Partner" sehen (dessen Zerstörung) dann gibt es nur noch eines sich vor dem Eingeständnis "einer Verantwortung gegenüber eines anderen Menschen" zu drücken: diesen Menschen "abzuschiessen" im übertragenen Sinn.
Ich vertstehe deine Angst vor "wieder-verletzt-und-benutzt-werden". Aber ich möchte dich ermutigen ruhig Männer, welche an dir interessiert sind, zu kontaktieren und vielleicht auch zu treffen. Bleib dabei ganz dich selbst. Du bist zu gar nichts verpflichtet. Wenn der andere nicht bereit ist sich so mit dir auseinanderzusetzen wie du es brauchst (kommunizieren) und dein Vertrauen zu wecken (egal wie lange es dauert) und dir auch nicht glaubhaft vemitteln kann dass er wirklich an deinem Wohl interessiert ist so verpflichtest du dich zu nichts und bist ihm auch nichts schuldig ausser natürlich Anstand und Respekt, was für dich ja selbstverständlich ist. Einander kennenzulernen verpflichtet keinen der beiden zu irgendetwas und es sollte ein absolut freiwilliger Entscheid deinerseits sein, mehr Nähe zuzulassen, und nicht auf Ueberreden, Manipulieren des anderen, deinen eigenen Aengsten oder vermeintlichen Mängeln und Bedürftigkeiten. Das ist es nie wert. Du hast einen Menschen verdient der ehrlich zu dir steht und dir "zumindest" soviel geben will wie du ihm auch.
Dass das alles einfacher gesagt als getan ist, ist klar und nach sochen Erlebnissen wieder zu Vertrauen und mit Nähe umzugehen ist etwas vom allerschwierigsten. Ich wünsche dir nur das Beste.
Danke dir ! Girbaude für deine nette Antwort. :D
Moira1 hat geschrieben: @Petrusch

Deshalb ist die „Vorgeschichte“ eines potentiellen Partners in höherem Alter sehr wichtig bei der Entscheidung, sich mit dem Menschen einzulassen, denn ändern wird sich ein Mensch in fortgeschrittenem Alter nicht mehr.

Ich wünsche Euch viel Glück für die Zukunft.

Danke , Moira , dir auch so. :D