Ich habe die Beiträge zu den Fotos von Wolfhart gelesen und die vielseitigen Kommentare regten mich erneut an, mir Gedanken darüber zu machen was für mich und Kunst im eigentlichen Sinne heute ist. Abschliessen kam ich zum Folgenden Resultat. Ob dies mein heutiger Irrtum von morgen sein wird, wird sich zeigen :-)

Wikipedia definiert Kunst folgendermassen:
"Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein...."

Demzufolge sind meines Erachtens die Fotos künstlerische Produkte. Die Augen eines kreativen Menschen haben diese Ausschnitte wahrgenommen und von einem bestimmten Blickwinkel aus mit technischen Hilfsmitteln festgehalten und präsentiert. Ob z.B. die Büchse in den Büschen bewusst von einem Menschen in Szene gesetzt wurde, kann, muss der Betrachter, die Betrachterin nicht wissen... Das Bild sehe ich - es ist.

Irgendwie ist für mich Kunst nichts passives, dass mann/frau einfach konsumiert oder sich zur Wertvermehrung, oder aus welchen Gründen auch immer, aneignet.

Die Kunst als Kunst wahrzunehmen ist selbst Kunst.

Sie kann, wie die Fotos von Wolfhart es aussagen, überall zum Ausdruck kommen. Vielleicht ist sogar ein Kriterium der Kunst, dass sie etwas auslöst, etwas anregt. Im Sinne :

"Kunst = ein kreativer Prozess ist dargestellt/oder kommt in Gang"

Kreatur, "Creator/Creatorin und Kreativität" kreieren Gedanken, Bilder, Skulpturen, Kleider oder was auch immer... Kreativität, die, ihren Ausdruck mit irgendwelche Materialien und Hilfsmitteln findet. Das Ergebnis kann Kunst sein.

Kunst ist.

Sie ist meines Erachtens unabhängig davon, ob das Resultat, schön, wohltuend und/oder verkäuflich ist oder nicht.


Die Aussage "Kunst als Kunst wahrzunehmen ist selbst Kunst" möchte ich am folgenden Beispiel erläutern:

Kürzlich habe ich die Skulpturenausstellung im Weiertal (Wülflingen/Winterthur) besucht. In einem wunderschönen Garten mit Seerosenteich wurden Skulpturen mit verschiedenen Materialien präsentiert. Teilweise Witziges aber auch sehr Berührendes. Kreativität im umfassenden Sinne: ursprüngliches Leben -"Natur und von Menschen Geschaffenes" - in einer Symbiose. Ein gemeinsame Kunstwerk. Es war ein sehr eindrückliches Erlebnis von Beständigkeit und Prozess....

Auf einem Kunstwerk - ein Künstler schnitzte rund um einen Holzstamm Schmetterlingsporlingpilze - liess sich eine purpurne Libelle nieder, verweilte, flog weg und kam wieder, um sich erneut in Pose zu setzen. Zauberhaft die transparenten Flügel mit ahnungsvoll rot markierten Flügelspitzen. Dieses Bild prägte sich mir tief ein, und anderntags war mein erster Gedanke:

Sonntag - sonnenTag
Teich mit Garten
Garten mit Teich
purpurne Libelle
im Himmelreich
@zit: "Demzufolge sind meines Erachtens die Fotos künstlerische Produkte"


ich stell mal bewusst den gewählten satz aus dem beitrag, den ich aufmerksam gelesen habe, heraus. die gedanken von frau49, die sich sich im zusammenhang mit der kunstdefinition von wikipedia gemacht hat, sind ansich sehr schlüssig, auch für mich ein impuls, in diesem sinne auch darüber weiter nachzudenken, was ich bestimmt auch tun werde, wenn energie frei ist dafür, bei mir. Generell schließe ich aber bereits jetzt schon nicht aus, dass das thema vandalismus einen - auch sonst - künstlerisch schaffenden - inspieren kann, solche bilder im namen der kunst festzuhalten.

Das Anliegen des Themeneröffners, ist aber ein völlig anderes. dabei bleibe ich und sage, denn es sind allein schon die kommentare, die unter den jeweiligen bildern zu finden sind, und die zweifelsohne von ihm stammen (die bilder auch?), die für sich selbst sprechen und (weit) wegführen, von kunst und kreativität.