Die meisten Menschen warten...

Den gesamten Tag auf den Abend.
Die gesamte Woche auf den Freitag.
Das gesamte Jahr auf den Urlaub.
Das gesamte Leben auf bessere Zeiten.

Und in all dem Warten verpassen Sie es, zu leben. WACHE AUF UND LEBE !

Verfasser unbekannt
Täglich warte ich auf soviel,
heißt doch aber nicht zwingend,
tatenlos dazusitzen und etwas zu verpassen.

Während ich warte, lese ich ein Buch, schaue ich TV,
repariere ich die Schublade, unterhalte ich mich mit der Nachbarin
oder ruhe mich einfach aus und schöpfe Kraft.

Ok, vielleicht ist es nicht das, was andere unter "leben" verstehen.
Warten kann begründet und unbegründet sein.

Es kann der berechtigten Hoffnung entsprechen, daß eigene Handlungen Reaktionen auslösen werden, auf die man dann wieder reagieren kann. Oder es ist bloß Teil der eigenen Lebensphilosophie, der man folgt, mit der Maßgabe, daß andere zuerst auf einen zukommen sollen.

So unterschiedlich ist Warten auch zu bewerten: Als völlig normal und angemessen oder als anmaßend bis tragisch.
@ Manuela51

Ich glaube Du wirfst "warten", "erwarten" und "Zurückhaltung" in einen Topf.
Für mich sind das jedenfalls 3 verschiedene Verhaltensweisen aus unterschiedlichen Gründen:
"Warten": Ich warte beispielsweise auf einen Zug oder auf einen Telefonanruf.
"Erwarten": An manche Menschen knüpfe ich bestimmte Erwartungen: Respekt, Treue. ..
"Zurückhaltung": Das ist Teil meines Verhaltensspektrums. Ich muss nicht auf alles sofort reagieren, sondern kann mich auch zurückhalten.
Ashoggi sagt es im Eröffnungstext - das Warten ist aus der Mode gekommen.

Wer kennt nicht den Werbeslogan "Ich will alles, und das sofort"?

Oft lohnt es sich, zu warten, bis man von Glück gefunden wird, aber ein bisserl nachhelfen muss erlaubt sein.
Timarisu,

eine Erwartung ist auch bloß eine passive Haltung, nämlich das Warten darauf, daß der andere den eigenen Ansprüchen genügt. ;-)
Ja "warten" ist eine passive Haltung, ebenso wie "erwarten" und "zurückhalten". So what?
Ich glaube, die häufigste Form des Wartens ist das Warten auf sich selbst. Wenn wir das erkennen, ist oft schon viel zu viel Zeit verstrichen. Aber wir haben sie dann wohl gebraucht. Und immer noch besser, auf sich zu warten, als sich auf ewig zu verpassen.

Leider haben wir nicht alle Zeit der Welt. Darin liegt unsere Tragik.
und wenn wir dies begriffen haben, treten wir uns selber in den Hintern und versuchen zu handeln - im Rahmen unserer Möglichkeiten...... :wink:
Hm, vermutlich ist das wie es nettestierfrau beschreibt

"Täglich warte ich auf soviel,heißt doch aber nicht zwingend, tatenlos dazusitzen und etwas zu verpassen. ...".

Mal ehrlich, der Alltag - und das ist doch der Hautpteil - ist wenig spektakulär. Was ja nicht bedeuten muß das er auch öde ist oder ich ihn mir öde mache.

Sie schreibt auch "Ok, vielleicht ist es nicht das, was andere unter "leben" verstehen.".

Ich aber glaube, dass das tatsächlich das Leben ist - unterbrochen von zusätzlichen Aktivitäten, Ereignissen, etc.
WARTEN...

Wenn du mich ignorierst, nur um zu sehen, ob ich mich melde,
dann wünsche ich dir viel Spass beim Warten... :wink:
:lol: :lol: :lol:

Für Viele ist das Warten ein Machtmittel. Das Warten, Aushalten, Ertragen, Erdulden hat ganz verschiedene Dimensionen.
Das Leben: eine große Warteschleife, das Erleben von Zeit. :wink:

Historisch gesehen, hatte warten mit dienen zu tun. Warten gehörte lange auch zum gesellschaftlichen Rollenbild von Frauen, als Manifestation ihrer untergeordneten Stellung. Und doch lassen sich gerade am Warten auch gesellschaftliche Fortschritte erkennen. Das Symbol dafür ist ausgerechnet die "Warteschlange" :wink: :wink:


Der Begriff „Warten“ allein impliziert noch keine Qualität desselben, ob also das Warten als Mittel dem Erreichen eines guten oder eines schlechten Zweckes dient. Im positiven Sinne spricht man von Ausdauer, Geduld, Beharrungsvermögen usw. Im negativen heißt es dann „geduldig wie ein Schaf“ zu sein (das man zur Schlachtbank führt) – bis hin zur Abhängigkeit und zum Masochismus.

Dazwischen befindet sich der große Bereich der unvermeidlichen alltäglichen, banalen Situationen, die von all denen ein Warten erfordern, die nicht dank ihres sozialen und finanziellen Status' privilegiert sind, überall sofort bedient zu werden, zum Beispiel als Privatpatient beim Arzt. Der Kassenpatient muss nun mal warten.

So kann dieser Begriff auch ein Synonym für soziale und sonstige Ungerechtigkeiten sein – mit nicht selten völlig gegensätzlicher Bedeutung: Manche schuften ihr Leben lang, um am Ende von ihrer Rente nicht einmal ihre Grundbedürfnisse stillen zu können, während andere nur darauf warten müssen, dass ihr Geld Kinder und Enkelkinder bekommt. usw. usf.

Interessantes, aber auch sehr allgemeines Thema, – viel zu allgemein, wenn niemand eine spezifische Sichtweise zur Diskussion stellt.




Vom rumsitzen und warten
sind noch nie Träume wahr geworden...
...doch andererseits:

wer Geduld hat und kann Warten dem blühen die Rosen im Garten


Doch wie singt Bill Withers in seinem Song 'just the two of us' so treffend:

''good things might come to those who wait, not to those who wait to late''