Meine Liebe zum Leben ist heute riesengroß. Genau wie meine Dankbarkeit und Demut für eine neue Chance.
Gestern bin ich mal wieder dem Tod von der Schippe gesprungen.
In der Früh war ich wie jeden Tag mit dem Hund in die Felder gefahren. Es ging mir nicht so gut. Seit dem Abend vorher fieberte ich. Deshalb wurde es nur ein kurzer Gang.
Kaum hatte ich meine Hündin auf dem Rücksitz angeschnallt, da merkte ich, dass mir ganz schlecht wurde. Ich schaffte es noch bis zur Fahrertür und auf den Sitz. Dann kam totale Finsternis über mich.
Ich fiel in tiefe Bewusstlosigkeit...und das bei zweistelligen Minusgraden.
Als ich wieder zu mir kam , war unser Atem an den Scheiben zu Eis geworden.
Zuerst dachte ich, es reicht, mich noch etwas auszuruhen und dann nach Hause zu fahren.
Das war ein fataler Irrtum, denn tatsächlich war ich bereits am erfrieren.
Aber das spürte ich da nicht. Auch das Denken fiel mir immer schwerer. Aussteigen ging nicht. Meine Beine trugen mich nicht mehr.
Hilfe konnte ich dort im Feldweg kaum rechtzeitig erwarten.
Immer mehr der Gedanke: Ruh dich einfach aus. Und als ich die Augen schloss, plötzlich wie der Blitz diese Eingebung: Wenn du hier sitzen bleibst, fährst du nie wieder irgendwo hin.
Und dann schaffte ich es - ohne Sicht durch die vereisten Scheiben - das Auto auf dem Feldweg zu wenden und bis an die Einmündung der Bundesstraße zu fahren.
Dort öffnete ich die Tür und winkte, bis zwei Wagen hielten.
Der Rettungswagen war bald da. Polizei brachte meinen Hund nach Hause und informierte meine Angehörigen. Auf der Intensivstation brauchten sie bis zum Abend, um meine Körpertemperatur wieder auf akzeptable 36 Grad zu bekommen.
Bin ich glücklich. Ich könnte die ganze Welt umarmen....
