. : Service und Hilfe

Beitragvon Katharina60 » 02.11.2010, 20:52

Gerne würde ich mich hier mit Frauen und Männern austauschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich: Mutter oder Vater ist an Demenz erkrankt und lebt inzwischen im Pflegeheim.

Mit welchen Schwierigkeiten seid Ihr konfrontiert (gewesen) ?

Wie habt Ihr die zu lösen versucht oder gelöst?
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Beitragvon Gast » 03.11.2010, 21:16

ich hatte selber keinen "fall" von alzheimer in der familie, bin aber mit alzheimerpatienten jahrelang konfrontiert gewesen.

es kommt nun drauf an, in welchem heim sich deine angehörigen befinden!
ist es ein spezielles heim für demenzkranke, kann ich nur sagen: gratulation, da ist für sie bestens gesorgt.
demenzstationen sind genau auf die bedürfnisse von ihnen abgestimmt.
es gibt eine genau angepasste gestaltung der räume, für läufer z.b. gibt es lange gänge die zum ausgangspunkt zurückführen.
in einer "normalen" altenpflegestation ist es sehr schwierig, mit patienten der demenz des typs alzheimer dazwischen.
zwischen "normalen" alten menschen ist es fast unerträglich, für die die geistig noch fit sind.
deshalb würde ich dringend empfehlen, die angehörigen auf eine spezielle station zu geben!
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Beitragvon niborx » 03.11.2010, 21:35

Recht hast du!

Nur ist es extrem schwierig ein solches Haus zu finden.
Meine Mutter ist seit ca. 1 Jahr im Heim, in einem "gemischten".
...und ich muss sagen, ich bin zufrieden.

Für einen freien Platz in einer reinen Demenzstation gibt es hier Wartezeiten von bis zu 5 Jahren.
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Beitragvon Connele » 21.03.2011, 17:49

Es ist wirklich schwer, ein gutes Heim zu finden, das auch zur pflegebedürftigen Person passt. Und in der Nähe ist!! Sonst hat man immer das Fahrproblem und man kann die Angehörigen so selten besuchen.
Ich kann das gut verstehen.
Ich habe selbst in der Atenpflege gearbeitet und weiß, was es da für Unterschiede gibt! Wenn du dich informieren willst, kann ich hier ein Portal empfehlen, wo man alle Informationen über Pflege Altenheime finden kann. Man findet dort von Definitionen bis zu Adressen alles, was man benötigt. Vielleicht ist das ja hilfreich. Alles Gute!
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Beitragvon froggybln » 21.03.2011, 21:05

oh ja, ich habe auch das Heim gefunden wo ich in Nebentätigkeit beschäftigt bin. Viel nette Reklame, doch wie es in Wirklichkeit aussieht, ja , da muss man dort erstmal reinschauen und sich über das Pflegekonzept erkundigen. Bei der Personalausstattung gemäß dem Pflegeschlüssel sieht es sehr mies aus.
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Beitragvon angelapaulus » 11.04.2011, 20:03

hallo an all ihr draussen, die vor dem problem stehen, einen nahestehenden, demenzkranken Menschen zu helfen. (und auch ein bisschen sich selbst) ich habe meine mutter 2jahre selbst gepflegt., das hieß meine partnerschaft aufgeben, zu ihr zu ziehen, täglich die wohnung oft 5x reinigen, mutti umwickeln, duschen und herausfinden, was sie mir zu sagen versucht. ich mußte mitansehen, wie sie immer mehr in eine welt entrückte, an der ich nicht teilhaben konnte.
das schwierigste war, einzuschätzen, was meine mutter noch an realität mitbekam.
dann kam mein brustkrebs.....ich konnte sie nach der operativen totalentfernung der rechten brust nicht mehr vom boden aufheben oder sie mit sanfter gewalt in die dusche bringen. dann folgte bei mir noch lungenkrebs dazu, auf der linken seite----kurz gesagt, ich habe ihr versprochen sie in kein heim zu geben, aber ich musste einen weg finden, sie trotzdem versorgt zu wissen......
mit einem schmerzlichen schritt ließ ich sie entmündigen, der richter wies ihr einen sachwalter zu und ich hatte kein recht mehr auf nichts. das war der preis den ich zahlen musste. aber der sachwalter, mit dem ich gesprochen hatte, auch über mein versprechen, sie nie in ein heim zu geben, fand die lösung einer 24 stden. hausbetreuung. da waren geschulte tschechische pflegerinnen, die bei meiner mutter wohnten, wenn sie dienst hatten (zwei wochen rythmus) und dann wieder 2 wochen in ihre heimat fuhren. sie waren immer da, es stand immer frisches obst auf dem tisch, mutti war gepflegt und ich kam oft unangemeldet und es war immer alles in ordnung. mutti lebte in ihrer gewohnten umgebung noch acht jahre. nur die letzten 4 tage verbrachte sie in einem krankenhaus. ich bin überzeugt, das richtige getan zu haben. es waren immer die selben schwestern und sie war immer in ihrer eigenen umgebung. heut ist sie ein jahr tot, und ich weiß, ich tat was ich konnte.
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Beitragvon nettestierfrau » 11.04.2011, 20:31

Je nach Verlauf einer Demenz ist es wirklich schwierig für einen Menschen die richtige Versorgung und Betreuung zu finden.
Die Lösung von angelapaulus war offensichtlich eine gute Entscheidung, auch wenn diese als betroffene Tochter bestimmt nicht einfach war.
Das Zuhause ist insbesondere für demenzerkrankte Menschen ein fester Anker, auch wenn dieser in vielen Momenten für die Betroffenen nicht sichtbar ist.
Da freut es einen, von guten Beispielen zu lesen oder zu hören. Es macht vielleicht auch Mut für einen selbst.
Ob unsere Kinder eines Tages für uns die richtige Entscheidung treffen oder auch nicht ? Wer weiß das schon.
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Beitragvon froggybln » 12.04.2011, 9:37

Bild
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Beitragvon xandrax » 13.04.2011, 19:02

froggybln hat geschrieben:Bild


gutes Bild ;-)
irrtum ich suche meins selber aus... ;-)
ich geh dahin wo ich arbeite..
läppi und hund dürfen mit einziehen da :)
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Beitragvon crazymama59 » 25.11.2011, 0:12

Empfehlenswert sind Häuser die nach dem Psychobiographischen Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm arbeiten.

http://www.enpp-boehm.com/de/startseite.html
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Beitragvon Uschi1948 » 25.11.2011, 10:31

angelapaulus hat geschrieben:hallo an all ihr draussen, die vor dem problem stehen, einen nahestehenden, demenzkranken Menschen zu helfen. (und auch ein bisschen sich selbst) ich habe meine mutter 2jahre selbst gepflegt., das hieß meine partnerschaft aufgeben, zu ihr zu ziehen, täglich die wohnung oft 5x reinigen, mutti umwickeln, duschen und herausfinden, was sie mir zu sagen versucht. ich mußte mitansehen, wie sie immer mehr in eine welt entrückte, an der ich nicht teilhaben konnte.
das schwierigste war, einzuschätzen, was meine mutter noch an realität mitbekam.
dann kam mein brustkrebs.....ich konnte sie nach der operativen totalentfernung der rechten brust nicht mehr vom boden aufheben oder sie mit sanfter gewalt in die dusche bringen. dann folgte bei mir noch lungenkrebs dazu, auf der linken seite----kurz gesagt, ich habe ihr versprochen sie in kein heim zu geben, aber ich musste einen weg finden, sie trotzdem versorgt zu wissen......
mit einem schmerzlichen schritt ließ ich sie entmündigen, der richter wies ihr einen sachwalter zu und ich hatte kein recht mehr auf nichts. das war der preis den ich zahlen musste. aber der sachwalter, mit dem ich gesprochen hatte, auch über mein versprechen, sie nie in ein heim zu geben, fand die lösung einer 24 stden. hausbetreuung. da waren geschulte tschechische pflegerinnen, die bei meiner mutter wohnten, wenn sie dienst hatten (zwei wochen rythmus) und dann wieder 2 wochen in ihre heimat fuhren. sie waren immer da, es stand immer frisches obst auf dem tisch, mutti war gepflegt und ich kam oft unangemeldet und es war immer alles in ordnung. mutti lebte in ihrer gewohnten umgebung noch acht jahre. nur die letzten 4 tage verbrachte sie in einem krankenhaus. ich bin überzeugt, das richtige getan zu haben. es waren immer die selben schwestern und sie war immer in ihrer eigenen umgebung. heut ist sie ein jahr tot, und ich weiß, ich tat was ich konnte.


Das kann natürlich jeder/jede nur für sich beantworten..... für mich käme das aber nicht in Frage.
Ich habe das alles im Vorfeld bereits geklärt, nie würde ich meinem Sohn eine solche Last aufbürden.
Das ist für mich Egoismus pur.
Wenn es denn mal erforderlich sein sollte, dann gehe ich in ein Heim meiner Wahl und basta..
Uschi
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Beitragvon Cosmea52 » 27.11.2011, 8:07

ja auch ich würde das meinen kindern nie "antun". sie haben ihr leben und ich das meine.
also werde ich mich sicher in ein heim begeben, das mir bekommt.
die frage ist, bekomme ich alzheimer oder werde ich normal dement.

in meiner familie gibt es gott sein dank, keine demenz vom typ alzheimer.
das ist wohl das schlimmste was einem im alter passieren kann.
wenn, dann aber bitte in ein besonders dafür geschaffenes heim.
leider gibt es viel zu wenige.
in der steiermark gibt es angeblich 58.000 alzheimerfälle und nur zwei heime, mit rund hundert betten!
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Beitragvon enna51 » 27.11.2011, 9:03

Ich hatte das Glück ,dass meine Mutter ,92 wurde sie in eine WG für Demenzkranke kam,dort leben 10 Menschen in einem Bungalow und gestalteten ihren Altag und jeder machte das was er am besten konnte-
Es wurde gekocht,Tisch gedeckt u. abgeräumt gebastelt ,Wäsche gelegt usw. Meine Mutter war immer am bügeln ,Staub wischen, das Bad am polieren und im Garten unterwegs, ich wohnte auch nicht weit weg und konnte oft dasein und das Ganze mit erleben es war toll und so manchesmal auch lustig.
Ich durfte so meine Mutter 2 Jahre bis zu letzt begleiten,und es war für meine Mutter eine ich glaube sehr schöne und für mich eine sehr prägende Zeit .
Noch einmal ein großes Dankeschön an die Belegschaft und schön das es Euch gibt,
Wicherstift Ganderkesee
Ich wünsche Euch allen das Glück welches ich erleben durfte .
Anne
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Beitragvon sarajane1 » 02.12.2011, 10:57

Kann Demenz vererbt werden?
Liegt es in den Genen, der Nachkommen, wenn die Mutter diese Demenz-Krankheit hatte?


fragt Sarajane
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Beitragvon JohannaF » 30.01.2012, 13:26

Ich fand es auch sehr schwer eine passende Pflegeeinrichtung zu finden. Es gibt so viele Pflegeheime, alle haben andere Schwerpunkte bzw. Vor- und Nachteile.
Ich habe mindestens 20 Heime besucht und mir genauer angesehen, bevor ich meine Mutter guten Gewissens in ein Heim bringen konnte.
Am liebsten wäre es mir gewesen, sie zu Hause zu pflegen, aber das hat sich leider als unmöglich herausgestellt... 
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