von angelapaulus » 11.04.2011, 20:03
hallo an all ihr draussen, die vor dem problem stehen, einen nahestehenden, demenzkranken Menschen zu helfen. (und auch ein bisschen sich selbst) ich habe meine mutter 2jahre selbst gepflegt., das hieß meine partnerschaft aufgeben, zu ihr zu ziehen, täglich die wohnung oft 5x reinigen, mutti umwickeln, duschen und herausfinden, was sie mir zu sagen versucht. ich mußte mitansehen, wie sie immer mehr in eine welt entrückte, an der ich nicht teilhaben konnte.
das schwierigste war, einzuschätzen, was meine mutter noch an realität mitbekam.
dann kam mein brustkrebs.....ich konnte sie nach der operativen totalentfernung der rechten brust nicht mehr vom boden aufheben oder sie mit sanfter gewalt in die dusche bringen. dann folgte bei mir noch lungenkrebs dazu, auf der linken seite----kurz gesagt, ich habe ihr versprochen sie in kein heim zu geben, aber ich musste einen weg finden, sie trotzdem versorgt zu wissen......
mit einem schmerzlichen schritt ließ ich sie entmündigen, der richter wies ihr einen sachwalter zu und ich hatte kein recht mehr auf nichts. das war der preis den ich zahlen musste. aber der sachwalter, mit dem ich gesprochen hatte, auch über mein versprechen, sie nie in ein heim zu geben, fand die lösung einer 24 stden. hausbetreuung. da waren geschulte tschechische pflegerinnen, die bei meiner mutter wohnten, wenn sie dienst hatten (zwei wochen rythmus) und dann wieder 2 wochen in ihre heimat fuhren. sie waren immer da, es stand immer frisches obst auf dem tisch, mutti war gepflegt und ich kam oft unangemeldet und es war immer alles in ordnung. mutti lebte in ihrer gewohnten umgebung noch acht jahre. nur die letzten 4 tage verbrachte sie in einem krankenhaus. ich bin überzeugt, das richtige getan zu haben. es waren immer die selben schwestern und sie war immer in ihrer eigenen umgebung. heut ist sie ein jahr tot, und ich weiß, ich tat was ich konnte.